Eisenach 1924 bis 1937

Dreizehn Jahrungen lang bestand in Eisenach das Schlaraffenreych Ysenaha — von der Coloniegründung 1924 bis zur letzten Sippung 1937. Was war das für eine Stadt? Diese Seite beantwortet die Frage ohne einen einzigen schlaraffischen Beleg: Alles, was hier steht, stammt aus öffentlichen Quellen zur Eisenacher Stadtgeschichte.

Eine Stadt, die wächst

Um 1900 zählte Eisenach etwa 30.000 Einwohner. 1925, im Jahr der Sanctionsfeyer auf der Wartburg, waren es rund 43.000 — mehr als je zuvor; um 1940 überschritt die Stadt die 50.000. Das Wachstum kam nicht aus der Burg, sondern aus den Fabriken am Fuße des Berges.

Eine Autostadt vor BMW

1896 gründete Heinrich Ehrhardt in Eisenach die Fahrzeugfabrik Eisenach. 1898 lief der Wartburg-Motorwagen an; nach der Darstellung der Stadt war Eisenach damit der dritte Ort in Deutschland, an dem Automobile gebaut wurden. 1901 wurde hier der Vorläufer des heutigen Verbandes der Automobilindustrie gegründet.

1928, mitten in der Zeit der Ysenaha, kaufte die BMW AG das Werk. Wie eng das bürgerliche Eisenach dieser Jahre mit Industrie und Handel verbunden war, zeigt die Stammrolle von 1937: Sie führt Fabrikanten, Oberingenieure, einen Fabrikdirektor und eine Reihe von Kaufleuten neben Ärzten, Architekten und Studienräten. Die vollständige Liste steht auf einer eigenen Seite.

Bach und Luther, zwei Straßen weiter

In der Georgenkirche wurde Johann Sebastian Bach 1685 getauft, an einem Taufstein von 1503; von 1665 bis 1797 stellte die Familie Bach dort über Generationen die Organisten. In derselben Kirche predigte Martin Luther am 2. Wonnemond — dem 2. Mai — 1521 auf seinem Weg nach Worms. Luther hatte die Stadt schon als Schüler erlebt: von 1498 bis 1501 besuchte er die Lateinschule bei St. Georgen.

Das Bachhaus ist seit 1907 Museum — es war also längst eine Eisenacher Selbstverständlichkeit, als die Schlaraffen der Ysenaha in ihren Sippungen Bach fechsten, also seine Musik vortrugen.

Das Burschenschaftsdenkmal auf der Göpelskuppe

Am 22. Wonnemond 1902 wurde auf der Göpelskuppe das Burschenschaftsdenkmal eingeweiht: dreiunddreißig Meter hoch, mit dem Architrav „Ehre, Freiheit, Vaterland“. Es erinnert an das Wartburgfest von 1817, bei dem sich die Burschenschaften auf der Burg über der Stadt versammelt hatten. Zur Zeit der Ysenaha war es ein neues, viel besuchtes Bauwerk.

Fritz Reuter am Fuße der Wartburg

Der Schriftsteller Fritz Reuter lebte von 1863 bis zu seinem Tod am 12. Heumond — dem 12. Juli — 1874 in Eisenach. Seine Villa am Fuße der Wartburg entstand zwischen 1866 und 1868 nach einem Entwurf von Ludwig Bohnstedt. Reuters Hauptwerk heißt Ut mine Stromtid — und die Ysenaha führte einen Ehrenschlaraffen des Namens Stromtid. Die acht Ehrenschlaraffen stehen auf einer eigenen Seite.

Ein Gründungssasse auf der Burg

Hermann Nebe war von 1907 an Redakteur, ab 1908 Schriftleiter der Eisenacher Tagespost — bis 1925. Dann wechselte er auf die Wartburg und wurde dort Burgwart; von 1945 bis 1952 stand er der Wartburg-Stiftung als Präsident vor. Er war Mitbegründer des Eisenacher Geschichtsvereins, Ehrenpräsident der Sommergewinnszunft und Herausgeber des Eisenacher Jahrbuchs. 1923 gehörte er zu denen, die in Eisenach ein Schlaraffenreych gründen wollten. Seine Geschichte steht auf einer eigenen Seite.

Was diese Stadt einem Reych bot

Eine Stadt von vierzigtausend Einwohnern mit einem Automobilwerk, einem Museum von Weltrang, einer Burg auf der Welterbeliste von heute und einem Bürgertum aus Ärzten, Architekten, Kaufleuten, Musiklehrern und Studienräten: In ein solches Geflecht trat 1924 eine Runde, die keine Zwecke verfolgte außer Freundschaft, Kunst und Humor. Die Wartburg hat dabei eine eigene Rolle gespielt — was die Burg schlaraffisch bedeutet, steht auf einer eigenen Seite.

Diese Seite endet bewusst vor 1937; wie das Ende der Ysenaha kam, steht auf einer eigenen Seite. Die Angaben stammen aus öffentlichen, nicht-schlaraffischen Quellen: den Darstellungen der Stadt Eisenach zu Automobilbau, Burschenschaftsdenkmal und Fritz Reuter, der UNESCO-Beschreibung der Wartburg sowie enzyklopädischen Artikeln zur Stadt, zur Georgenkirche und zu Hermann Nebe. Einwohnerzahlen sind gerundet. Das Gründungsjahr des Eisenacher Geschichtsvereins ist hier nicht genannt, weil es nicht belegt vorliegt — der Verein selbst spricht von „über 100 Jahren“. Zur politischen Lage Thüringens in diesen Jahren äußert sich diese Seite nicht; sie sammelt, was die Quellen zur Stadt hergeben.

Zusatzinformationen

Die Gründungsstammrolle, 1923 Drei Tage auf der Wartburg, 1925 Hermann Nebe — Gründungssasse und Burgwart der Wartburg Die Ehrenschlaraffen der Ysenaha Der Wartburgritter-Orden Wie das Ende kam — die letzte Stammrolle 1937 Im Verborgenen: 1937 bis 1985 Eisenach 1924 bis 1937 Die Wartburg als schlaraffischer Ort

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