Zweimal war die Wartburg Mittelpunkt schlaraffischen Geschehens, ehe Eisenach ein eigenes Reych hatte. 1925 wurde dort die Ysenaha zum 243. Reych Allschlaraffias erhoben, und im Heumond 2025 wurde die hundertste Wiederkehr dieses Tages begangen. Diese Seite bündelt, was sonst auf mehreren Seiten verstreut liegt.
1889: das fünfte Allschlaraffische Sommerfest
Am 20. und 21. Heumond — dem Juli — 1889 luden die Schwesterreyche Gotaha und Kyborgia zum fünften Allschlaraffischen Sommerfest auf die Wartburg. Ritter aus rund zwanzig Reychen waren zugegen, unter ihnen Ritter Graf Gleichen der Lindenmüller, Urschlaraffe und Erbo der Allmutter Praga. Ritter Tunnel der Lauterberger aus der Lipsia stiftete eine Medaille, die dieses Fest bis heute bezeugt.
1895: eine Ankündigung
Sechs Jahrungen später kündigte die Schlaraffen-Zeitung ein allschlaraffisches Sommerfest in Thüringen an, mit Erfurt und Eisenach als Schauplätzen. Ob und wie es in Eisenach ausgeführt wurde, ist in den ausgewerteten Quellen nicht belegt; überliefert ist die Ankündigung.
1905: die erste Kombinierte Sippung der Thüringischen Reyche
1905 fand auf der Wartburg die erste Kombinierte Sippung der Thüringischen Reyche statt — eine Sippung, zu der mehrere Reyche gemeinsam laden. Damit war die Burg zum zweiten Mal Ort eines großen schlaraffischen Treffens, und noch immer gab es in Eisenach kein eigenes Reych. Der Chronist Ritter Bedacht hat daraus den Satz gemacht, der diese ganze Vorgeschichte trägt:
„Vielleicht waren die vorgenannten Feste Grundstein zu einem UHU-Nest.“
1925: die Sanctionsfeyer
Vom 6. bis 8. Brachmond — dem Juni — 1925 wurde die Eisenacher Colonie auf der Veste Wartburg zum Reych erhoben. Die Sanktion vollzog Herrlichkeit Fichte der Allmutter Praga im Burghof; drei Tage lang war die Burg in schlaraffischer Hand. Wie diese drei Tage abliefen, steht auf einer eigenen Seite. Die Sanktion ist der Rechtsakt, mit dem aus einer Colonie ein vollgültiges Reych wird — die Ysenaha hat ihn nicht am Schreibtisch vollzogen, sondern an dem Ort, den sie sich ausgesucht hatte.
Der Wartburgritter-Orden
Aus der Ysenaha stammt ein Orden, den es sonst nirgends gibt: der Wartburgritter-Orden, ein grünes Bandelier mit der Aufschrift WARTBURG-RITTER. Er hat sein Reych um Jahrzehnte überlebt — 1955 wurde er wiederbelebt, und in der Sugambria wird die Reihe der Wartburgrittersippungen bis heute gepflegt. Die Geschichte des Ordens steht auf einer eigenen Seite.
Der Turney um die güldene Leyer
Ein Turney ist ein schlaraffischer Wettstreit in Kunst und Wort. Der Turney um die güldene Leyer nimmt den Sängerkrieg auf, der 1207 auf der Wartburg stattgefunden haben soll. Das Reych Vimaria hat ihn nach Eisenach zurückgegeben — dorthin, wo der Stoff herkommt.
2025: hundert Jahre danach
Im Heumond 2025 wurde am Fuße der Wartburg, im ehemaligen Wartburgmuseum, das schlaraffische Sommerfest zur hundertsten Wiederkehr der Sanctionsfeyer begangen — ein Jahr nach der Anerkennung des Feldlagers Ysen-Aha, das heute in Eisenach sippt.
Die Burg selbst — die profanen Daten
- 1067 beginnt Ludwig der Springer mit dem Bau; 1080 wird die Burg erstmals in einer sächsischen Chronik genannt.
- 1207 soll hier der Sängerkrieg stattgefunden haben.
- Von 1221 bis 1228 lebte die heilige Elisabeth auf der Wartburg.
- Von Wonnemond 1521 bis Lenzmond 1522 übersetzte Martin Luther hier das Neue Testament.
- 1817 versammelten sich die Burschenschaften zum Wartburgfest auf der Burg; das Burschenschaftsdenkmal über der Stadt erinnert seit 1902 daran.
- Seit 1999 steht die Wartburg auf der Welterbeliste der UNESCO.
Belege für die schlaraffischen Angaben: Chronik des erloschenen Reyches Ysenaha (243) von Ritter Bedacht aus der Sugambria (1999), Chronik des Verbandes Allschlaraffia sowie der Kalender der Deutschen Schlaraffen-Zeitung im elektronischen Allschlaraffischen Reychsarchiv; die profanen Angaben zur Burg folgen der UNESCO-Beschreibung der Wartburg. Zwei Punkte sind offen und stehen deshalb hier: Für die Sanctionsfeyer von 1925 und für den Wartburgritter-Orden ist bislang kein Nachweis außerhalb schlaraffischer Quellen gefunden worden, und das für 1895 angekündigte Sommerfest ist nur als Ankündigung belegt. Wer Unterlagen, Bilder oder Erinnerungen dazu besitzt, möge sich bitte melden.