Hermann Nebe — Gründungssasse und Burgwart der Wartburg

Im Windmond 1923 — dem November — veröffentlichte die Allmutter Praga die Namen derer, die in Eisenach ein Schlaraffenreych gründen wollten. An zweiter Stelle steht: „Nebe Hermann, Redakteur, 45 J.“ Es ist derselbe Hermann Nebe, der zwei Jahre später auf die Wartburg ging und sie später durch das Kriegsende brachte.

Wer er war

Friedrich Adolf Hermann Nebe, geboren am 2. März 1877 in Halberstadt, gestorben am 1. Juli 1961 in Eisenach. Sohn des Halberstädter Oberdompredigers Gustav Nebe. Er studierte Rechtswissenschaft in Halle, Leipzig und Kiel, wechselte 1909 zur Kunstgeschichte und schrieb als Journalist unter dem Namen „Armin Rabe“.

1907 wurde er Redakteur der Eisenacher Tagespost, 1908 deren Schriftleiter — und blieb es, mit Unterbrechungen, bis 1925.

Der Wechsel auf die Burg

1925 ging Nebe vom Schreibtisch der Tagespost in die Wartburg-Stiftung und wurde Burgwart — so heißt die Stelle in den öffentlichen Quellen. 1927 legte er das Verlies im Südturm frei und entdeckte dabei die Inschrift des Wiedertäufers Fritz Erbe. Am 7. September 1928 führte er den späteren Papst Pius XII. durch die Burg. Von 1945 bis 1952 war er Präsident der Wartburg-Stiftung und trug maßgeblich dazu bei, dass die Burg die letzten Kriegsmonate und die Jahre danach überstand. 1947 erhielt er eine Ehrenprofessur.

Der schlaraffische Faden

In der Verlautbarung vom 12. Windmond 1923 — gut anderthalb Jahre vor der Sanctionsfeyer auf der Wartburg — ist Nebe als präsumptiver Erzschlaraffe namentlich aufgeführt. Damit gehört er zum Gründungskreis der Ysenaha.

In der ersten regulären Stammrolle nach der Sanktion taucht er nicht mehr auf. Warum, sagt keine Quelle. Naheliegend, aber nicht belegt ist der zeitliche Zusammenhang mit seinem Wechsel auf die Burg im selben Jahr 1925: Wer eine solche Aufgabe übernimmt, stellt anderes zurück. Als Annahme sei das hier gekennzeichnet und nicht als Tatsache erzählt.

Was in Eisenach von ihm geblieben ist

Nebe war Mitbegründer des Eisenacher Geschichtsvereins, Ehrenpräsident der Eisenacher Sommergewinnszunft und Herausgeber des Eisenacher Jahrbuchs. Die Nebestraße trägt seinen Namen; sein Grab auf dem Hauptfriedhof wurde 2007 nach einem Sturmschaden wiederhergestellt.

Aus seinen Veröffentlichungen, in Auswahl:

Eine Brücke, die zweimal steht

Nebe war 1923 der Mann, der Reych und Burg verband. Hundert Jahre später steht diese Brücke wieder: Auch heute gibt es zwischen der Wartburg und dem Feldlager Ysen-Aha eine persönliche Verbindung — eine Wiederaufnahme dessen, was Nebe 1923 verkörperte. Die Stadt, in der er das schrieb und arbeitete, steht auf einer eigenen Seite.

Belege: Chronik des erloschenen Reyches Ysenaha (243), Bildfassung S. 14 mit der Verlautbarung der präsumptiven Erzschlaraffen; Thüringer Literaturrat, Autorenlexikon; Wikipedia zu Hermann Nebe und zur Wartburg-Stiftung. Die schlaraffische Zugehörigkeit Nebes ist erst im Mai 2026 wiederentdeckt worden, als die Bildfassung der Chronik maschinell gelesen wurde. Zwei Punkte sind offen und stehen deshalb hier: Die Stelle, die Nebe 1925 antrat, heißt in den öffentlichen Quellen Burgwart, in der Reychschronik dagegen Burghauptmann — heute bezeichnet „Burghauptmann“ eine andere Funktion der Wartburg-Stiftung; ob es eine ältere Bezeichnung derselben Stelle ist, ist nicht geklärt. Und die Gründungsliste nennt ihn im Windmond 1923 „45 J.“, während er nach seinen Lebensdaten in diesem Monat sechsundvierzig war — möglicherweise wurde die Liste früher aufgestellt als veröffentlicht; auch das ist nicht geklärt.

Zusatzseiten

Die Gründungsstammrolle, 1923 Drei Tage auf der Wartburg, 1925 Hermann Nebe — Gründungssasse und Burgwart der Wartburg Die Ehrenschlaraffen der Ysenaha Der Wartburgritter-Orden Wie das Ende kam — die letzte Stammrolle 1937 Im Verborgenen: 1937 bis 1985 Eisenach 1924 bis 1937 Die Wartburg als schlaraffischer Ort

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